SG-Ready tiefgründig erklärt: Warum Ihre Wärmepumpe ohne Konfiguration nur mit halber Kraft spart
Ein SG-Ready Aufkleber macht noch keine Ersparnis. Erfahren Sie, wie die vier Betriebszustände funktionieren und warum die Feinabstimmung der Hardware den Unterschied macht.

Hardware ist vorhanden, die Intelligenz schläft noch?
In vielen Heizungskellern Deutschlands bietet sich das gleiche Bild: Eine hochmoderne Wärmepumpe, daneben ein leistungsstarker Wechselrichter für die PV-Anlage. Beide Geräte glänzen mit dem SG-Ready-Label. In der Theorie bedeutet das: “Smart Grid Ready” – bereit für das intelligente Stromnetz und bereit für die Nutzung von eigenem Solarstrom.
Doch in der Praxis laufen diese Systeme oft völlig autark voneinander. Die Wärmepumpe arbeitet stur nach ihrer Heizkurve, während der wertvolle Solarstrom vom Dach für eine geringe Vergütung ins Netz eingespeist wird. Als Spezialist für die System-Optimierung sehe ich oft, dass das Potenzial dieser teuren Technik ungenutzt bleibt.
Der Grund ist simpel: Die Montage der Geräte ist eine Sache – die intelligente Vernetzung und Aktivierung der Schnittstellen eine völlig andere.
Die vier Stufen der Intelligenz: Was SG-Ready wirklich steuert
Damit Sie verstehen, was ich bei Ihrer Anlage aktiviere, müssen wir uns die vier Betriebszustände ansehen, die hinter der SG-Ready-Schnittstelle stecken. Ohne eine saubere Konfiguration verharrt die Anlage meist dauerhaft in Zustand 2.
Zustand 1: Die Sperrzeit
Dies ist der defensivste Zustand. Er ermöglicht es dem Netzbetreiber, die Wärmepumpe bei einer drohenden Netzüberlastung kurzzeitig (meist maximal 2 Stunden) zu sperren. Dank der thermischen Trägheit Ihres Hauses merken Sie davon im Wohnzimmer nichts, leisten aber einen Beitrag zur Netzstabilität.
Zustand 2: Der Normalbetrieb
In diesem Modus läuft die Wärmepumpe energieeffizient nach ihrer voreingestellten Heizkurve. Die Außentemperatur bestimmt, wie viel Leistung abgerufen wird. Dies ist der Standardzustand jeder Anlage.
Zustand 3: Die Einschalt-Empfehlung (Der Spar-Modus)
Hier wird es interessant. Sobald Ihre PV-Anlage einen definierten Überschuss produziert, gibt der Wechselrichter oder ein Energiemanager ein Signal an die Wärmepumpe. Diese läuft nun in einem “verstärkten Betrieb”. Das bedeutet: Sie hebt die Solltemperatur im Brauchwasser- oder Pufferspeicher leicht an. Sie lagern also Sonnenstrom in Form von heißem Wasser für den Abend ein.
Zustand 4: Der Anlaufbefehl (Maximale Power)
Dies ist die höchste Stufe der Vernetzung. Bei massivem Stromüberschuss bekommt die Wärmepumpe den Befehl, so viel thermische Energie wie möglich im Gebäude zu speichern. Hierbei wird oft auch die Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung leicht angehoben. Ihr gesamter Estrich wird zur Batterie.
Warum die Wärmepumpe der perfekte Partner ist
Manche fragen mich, ob man diesen Aufwand nicht auch mit anderen Systemen treiben kann. Die Antwort ist: Nein, nicht so effizient. Die Wärmepumpe hat einen entscheidenden physikalischen Vorteil: den COP (Coefficient of Performance).
Wenn ich Ihre Anlage so konfiguriere, dass sie 1 kWh überschüssigen PV-Strom nutzt, macht sie daraus nicht einfach 1 kWh Wärme (wie es ein einfacher Heizstab täte). Sie macht daraus – je nach Außentemperatur – 3 bis 5 kWh thermische Energie. Dieser Hebel ist es, der die SG-Ready-Aktivierung wirtschaftlich so attraktiv macht. Sie multiplizieren Ihren Solar-Ertrag direkt im Heizsystem.
Wo die Herausforderung liegt (und wo ich ins Spiel komme)
Die Nachteile von SG-Ready liegen nicht in der Technik selbst, sondern in der Umsetzung.
- Kommunikationshürden: Nicht jeder Wechselrichter spricht “ab Werk” fließend mit jeder Wärmepumpe. Es braucht oft ein Relais, eine Zusatzplatine oder eine spezifische Software-Einstellung.
- Parameter-Feinheiten: Wenn man die Temperaturen im Zustand 3 und 4 zu hoch ansetzt, sinkt die Effizienz der Wärmepumpe (der COP verschlechtert sich). Setzt man sie zu niedrig an, wird kein nennenswerter Strom gespeichert.
- Zeitaufwand: Die Feinabstimmung erfordert Geduld und Tests. In einem stressigen Baualltag bleibt dieser Schritt oft auf der Strecke.
Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, selbst Hardware zu verbauen oder PV-Anlagen zu montieren. Ich konzentriere mich ausschließlich darauf, diese Lücke in der Konfiguration zu schließen. Als Einzelunternehmer nehme ich mir die Zeit, die Logik zwischen Ihren Geräten so einzustellen, dass sie zu Ihrem tatsächlichen Verbrauchsverhalten passt.
Fazit: Nutzen Sie, wofür Sie bereits bezahlt haben
Ein Haus mit SG-Ready-Geräten, die nicht miteinander kommunizieren, ist wie ein Auto mit Tempomat, den man nie einschaltet. Die Technik ist da, die Kosten wurden investiert, aber der Nutzen bleibt aus.
Ich biete Ihnen an, Ihre bestehende Anlage unter die Lupe zu nehmen. Wir prüfen gemeinsam:
- Sind die physischen Kontakte zwischen den Geräten korrekt geschaltet?
- Sind die Parameter in der Wärmepumpensteuerung für den PV-Überschuss optimiert?
- Läuft das System so stabil, dass Sie sich um nichts mehr kümmern müssen?
Lassen Sie uns aus zwei getrennten Systemen eine intelligente Einheit machen. Ehrlich, direkt und ohne den Versuch, Ihnen neue Hardware aufzuschwatzen.
Sind Sie bereit, Ihre Anlage auf das nächste Level zu heben? Kontaktieren Sie mich – ich schaue mir Ihre Konfiguration an und wir holen das Maximum aus Ihrem Bestand heraus.


